- Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V.
- Bezirksverband der Gartenfreunde Karlsruhe
- Verband der Kleingärtner Baden- Württemberg e. V.
Berichte zu vergangenen Veranstaltungen
Obstgehölzschnitt-Vorführung beim Obst-, Wein- und Gartenbauverein Grötzingen e.V.
Bei mildem und zu Beginn leider leicht regnerischem Wetter trafen sich ca. 20 Teilnehmer zur diesjährigen Schnittvorführung bei unserem Mitglied Hartwig Speck in der Karl-Martin-Graff-Straße. Karl Schmidt begrüßte die Teilnehmer und unseren 1. Vorstand Andreas Siegele, der den Winterschnitt in den Gärten von Hartwig Speck und Rolf Zoller vorführte. Andreas Siegele wies auf die Wichtigkeit eines Winterschnitts hin. Das Ziel ist, regelmäßig gute Erträge zu ernten. Würde man Obstbäume nicht schneiden, brächte ein Baum immer mehr Früchte, die jedoch immer kleiner wären und im Geschmack nachlassen würden. Der Winterschnitt erfolgt im blattlosen Zustand, wegen der Gefahr einer Pilzinfektion sind frostige Temperaturen bei trockenem Wetter besser als milde Temperaturen bei Nässe. Andreas Siegele erklärte, auf was zu achten ist: z.B. wo sich Blütenknospen und Blattknospen befinden, die Anzahl der Blütenknospen, die Richtung, in die ein Ast wächst, die Entfernung zum Stamm, denn daraus ergibt sich, wo eingekürzt wird. Des weiteren hängt der Schnitt davon ab, ob ein Hochstamm oder eine Spindelform vorliegt. Und was für Äpfel- oder Birmbäume gilt kann leider nicht auf andere Obstarten übertragen werden. Für Pfirsich- oder Sauerkischbäume gelten ganz andere Regeln, die ebenfalls ausführlich erläutert wurden. Auch auf Standorte und Schädlinge wurde eingegangen. Vor Ort konnte gezeigt werden, dass der Zwetschgenbaum leider etwas ungünstig nah an einer hohen Zypresse und im Schattenbereich eines großen Kirschbaums steht. Die Quitte hat es vermutlich zu naß, ihr optimaler Standort ist warm und trocken. Zur Vorbeugung vor Schädlingsbefall ist es außerordentlich wichtig, am Baum verfaultes Obst, das über den ganzen Winter hängen bliebe, sog. Fruchtmumien, und abgestorbenes Holz, über das Pilze einen Eintritt in das gesunde Holz finden, zu entfernen.
Am Ende der Schnittvorführung gab es wieder heißen Glühwein zum Aufwärmen. Gedankt wurde Andreas Siegele für die wiederum sehr informative Schnittvorführung und dem Ehepaar Speck für die Bewirtung.
Text: Ingrid Ruge
Fotos: Markus Lamers